Nach dem ersten Halbjahr mit dem Projekt Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten (ELA) in der E-Phase zeigt sich ein gemischtes, insgesamt aber ermutigendes Bild. Viele Schülerinnen und Schüler gehen erste Schritte in Richtung eigenverantwortliches Lernen und sind bereit, ihr eigenes Lernverhalten zu reflektieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass Selbstmotivation, Durchhaltevermögen und ein verlässlicher Umgang mit freien Lernzeiten weiter wachsen müssen. Auch der Wunsch nach klaren Strukturen und Orientierung ist weiterhin präsent und wir müssen gemeinsam weiter daran arbeiten, ein ausgewogenes Konzept zwischen Freiheit und klaren Rahmenbedingungen zu finden. Besonders positiv ist die Bereitschaft vieler Schülerinnen und Schüler, sich bei dieser Konzeptarbeit einzubringen und mit ihren Ideen zur Weiterentwicklung von ELA beizutragen.

Auch für Lehrkräfte bringt ELA Veränderungen mit sich. In erster Linie müssen wir verstehen, dass Eigenverantwortung eine Kompetenz ist, die unsere Schülerinnen und Schüler erlernen müssen. Dies fordert unsere Unterstützung und Geduld. Die neue Rolle als Lernbegleitung wird zunehmend angenommen, braucht jedoch weiterhin Austausch, klare Absprachen und passende Fortbildungen – wie zum Beispiel zu Themen wie Growth Mindset, Haltung, Rolle und Gesprächsführung als Lerncoach. Zugleich zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Lehrkräfte verlässliche Rahmenbedingungen bieten und auf die Einhaltung von Regeln achten – um für alle ein konzentriertes Lernen und Arbeiten zu ermöglichen.

Vor allem das Lerncoaching zeigt sich als echter Gamechanger  – sowohl die Einzelcoachings, die Weeklys aber auch die Gruppencoachings haben tolle Feedbacks von den den teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erhalten und diese haben mit den neuen Methoden erste Erfolge erzielt. Hier wollen wir mit Train-Trainer-Seminaren noch mehr engagierten Lehrkräften die Möglichkeit geben, sich fortzubilden und dann mit Schülerinnen und Schülern in Einzelcoachings zu arbeiten.

Darüber hinaus soll eigenverantwortliches Lernen über ELA hinaus gestärkt werden, beispielsweise durch Lernzeiten mit freiwilligen Unterstützungs- und Vertiefungsangeboten auch außerhalb der ELA-Wochen. Perspektivisch ist auch eine stärkere Einbindung der Eltern geplant, etwa über einen gemeinsamen Lernvertrag.

Klar ist: Eigenverantwortung ist eine zentrale Grundkompetenz für die Qualifikationsphase, das Studium und die Ausbildung. Wer die Möglichkeiten von ELA nicht nutzt, wird dies unweigerlich auch in seinen Leistungen bemerken.

Daniela Kalb-Gloger
Abteilungsleiterin Berufliches Gymnasium